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Hauptspielorte

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ihr im Haunted & Holy die ganze Welt und sämtliche Dimensionen bespielen könnt. Portale und das schnelle Reisen sind fest in unserer Welt verankert, scheut euch also nicht rund um die Welt zu spielen. Damit wir dennoch einen kleinen Rahmen haben und ein paar Hotspots für eure Charaktere mit ganz unterschiedlichen Charakteren bieten, haben wir ein paar Hauptspielorte geschaffen:

001. New York City

New York, New York – die Stadt, die niemals schläft, The Big Apple, Gotham. Es gibt unzählige Namen für die Metropole an der Ostküste der USA, und mit ihren rund acht Millionen Einwohnern macht sie ihrem Namen alle Ehre. Irgendjemanden trifft man immer, egal zu welcher Uhrzeit. Dabei trifft man in dieser Stadt nicht nur die menschlichen Einwohner an, sondern auch eine große Vielfalt an übernatürlichen Wesen, die sich augenscheinlich unter die Menschenmassen mischen. Mit den zahlreichen Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten hat New York City alles zu bieten, nur keine Langeweile – vor allem, da es eine ganze Menge an mafiösen Strukturen gibt, sowohl übernatürlich als auch menschlich, vor denen man sich allen voran nachts in Acht nehmen sollte.

Während des Plots: Nowhere Left To Hide
Sirenen heulen auf, das Geschrei des Vermieters hallt durch die Straße, weil jemand mit der Miete im Rückstand ist – die Stadt, die niemals schläft, ist so lebendig wie je zuvor und genau deshalb hat niemand mehr Zeit, hinzusehen. Wolkenkratzer stapeln sich über Wolkenkratzer, aber wenn der eigene Schatten plötzlich eine Fratze zieht und der Schatten der Gebäude im falschen Winkel stehen, sollte einen das vorsichtiger machen. Nur wie, wenn die Augen nicht mehr nach oben gerichtet sind und selbst die Details dem Augenwinkel entgehen? Etwas ist anders in New York geworden, größer als das, was ein flüchtiger Blick fassen könnte. Mittags steht die Sonne im gewohnten Zenit, doch mit ihr eine weitere, die diese ominösen Phänomene geschehen lässt. Auch unter der Stadt, in den Tunneln, scheint sich etwas oder jemand eingenistet zu haben. Dort, wo die Leitungen die Stadt zu einem Nervensystem verknüpfen, hören ausgerechnet die, die sich am besten auskennen, etwas. Immer mehr Berichte von Obdachlosen tauchen auf, die von Stimmen sprechen, die aus den Wänden kommen. Manchmal auch ein Kratzen, als würde sich jemand die Freiheit erkämpfen wollen. Das Lächeln, das man ihnen schenkt, ist stigmatisiert. Niemand will denen glauben, die ihrer Meinung nach am Boden sind. Vielleicht hätten manche besser zugehört, bevor sie danach in eines der Nachttaxis stiegen. Plötzlich erscheinen Routen und Straßen, die zuvor nicht existiert haben. Menschen verschwinden und es bleibt keine Spur von ihnen zurück. Die Fahrer selbst erinnern sich an nichts, wenn sie an einem Ort angekommen sind. Nur die Tankanzeige sagt ihnen, dass sie sehr, sehr weit gefahren sein müssen.


002. New Orleans

Wenn New York der Big Apple ist, dann ist New Orleans The Big Easy. Die Atmosphäre in der Stadt ist locker, von irgendwoher hört man immer Musik spielen und vor allem das Nachtleben zieht viele verschiedene Leute an, egal ob menschlich oder eben nicht. Hier findet man zwar auffällig viele ansässige Hexen, allerdings gilt der Ort in übernatürlichen Kreisen als neutrale und politikfreie Zone, wo man die Seele baumeln und sich auch mal ordentlich einen hinter die Binde schütten kann. Ob Mensch, Vampir, Hexe oder Halbgott – hier sind alle gleich, hier schaut niemand auf den anderen herab, und alles, was zählt ist die gute Stimmung, gute Musik, gutes Essen. Auch der Eingang zum Origo Silvarum, die Dimension, in welcher alle möglichen Naturgottheiten aufhalten und wo Gestaltwandler zum Beispiel auch ihre tierische Form erhalten können, befindet sich dort. Ein bisschen der Magie scheint stets aus dem gut versteckten, für Menschen nicht sichtbaren Portal zu strömen, welche die Flora und Fauna der Stadt belebt.

Während des Plots: Nowhere Left To Hide
Man erzählt sich schon immer Geschichten über den Sumpf und seine Geheimnisse in den Tiefen. Sie lauerten, konserviert und doch stets unentdeckt. Aber etwas unter dem schwarzen Wasser hat aufgehört, sich zu verstecken. Es streckt seine gierigen Finger bis in die Stadt hinein und niemand weiß, wann es für einen kommt. Die Bewohner in den Vierteln am Bayou werden vom selben Traum heimgesucht, Nacht für Nacht, während er sich tiefer und tiefer ins Innere von New Orleans frisst. Sie wachen schweißgebadet auf, können sich an kein einziges Detail erinnern und zurück bleibt nur dieses beklemmende Gefühl; ein Herz, das rast und die kalte Angst, den nächsten Tag nicht mehr zu erleben. Jeder graue Himmel wird als schlechtes Omen gesehen, jede stärkere Windböe als Zeichen und Prediger schreien am lautesten in den kleinen weißen Kirchen am Stadtrand. Die Lichter brennen länger als sonst, man singt lauter, man betet schneller. Denn nur die wahren Anhänger der Baptist Churches wissen, dass das Ende naht und nur sie wissen, wie man die verlorenen Seelen retten kann – glaubt man ihren Worten. Doch in solchen Zeiten, wenn man seinem eigenen Schatten nicht mehr vertrauen kann, wem soll man da glauben?


003. Shanghai

Über 26 Millionen Menschen leben hier, und so voll und laut es in dieser Stadt ist, so divers und vielfältig ist es auch. Viel zu leicht kann man verloren gehen zwischen den unglaublich großen Hochhäusern, den Menschenmassen und den bunten Neonlichtern, und unter dem schützenden Mantel der Anonymität haben sich die magischen Mitbürger auch erlaubt, einen Markt für alles, was das Herz begehrt, auf die Beine zu stellen. Das sogenannte Hivemind ist ein Club, in dem alles geht. Dinieren, entspannen, trinken, der Erwerb von Gewürzen, Seide, exotischen (magischen) Tieren, Drogen, Menschen. Abgeschottet von der nichtwissenden Menschheit, befindet sich der Eingang zum Hivemind in einer alten, nicht mehr in Gebrauch befindlichen U-Bahn-Station, welche nur mit magischem Blut betreten werden kann.

Während des Plots: Nowhere Left To Hide
Der Waitan spiegelt sich im Huangpu, wie er es seit hundert Jahren tut; bunte Lichter, die sich brechen wie in einem Kaleidoskop, das Grün der Scheine und eine Stadt, die brav auf dem Kopf im Wasser ruht. Seit ein paar Nächten zeigt das Spiegelbild jedoch nicht mehr Shanghai, sondern eine andere Stadt, hochgezogen aus schwarzem Stein statt aus Stahl, beleuchtet in einem Licht, das so fernab der sonst bekannten Farben ist. Wer zu lange hinsieht, schwört, die Türme im Wasser würden sich bewegen, während die echten Hochhäuser hinter einem regungslos in den Himmel stechen. Die Menschen in den Wolkenkratzern erfahren meist nichts davon, sind voller Angst und Panik, wenn sie plötzlich unerwartet mehrere Stockwerke hochschießen, nur um dann auf einer Etage stehen zu bleiben, die kein Architekt je gezeichnet hat. Dunkle Korridore, umrahmt von hartem Beton und der Aufzug bewegt sich nicht, bis man dort ausgestiegen ist – doch niemand, der dort auf diesen Etagen war, will sagen, was er gesehen hat. Manche können sich auch gar nicht mehr daran erinnern. Seltsame Mächte sind am Werk, die sich überall zeigen. Doch das Bizarrste ist eine Nachricht, die auf Millionen Handybildschirmen zu sehen ist; ein Bild, das eine Festung aus schwarzem Stein zeigt, von oben, und mit ihr alle, die dort verweilen. Doch bevor überhaupt jemand realisieren kann, was passiert ist, ist das Bild weg und lässt alle fragend zurück. Manche glauben, es sei ein Angriff von Hackern, doch so mancher flüstert von einer himmlischen Botschaft.


004. London

Als Hauptstadt von England ist in London immer irgendwas los. Die angeblich so gesitteten Briten verstecken hinter ihren ordentlich gefalteten Servietten und dem Service zur Tea Time jedoch auch das ein oder andere dunkle Geheimnis, denn in der übernatürlichen Welt gilt – wenn auch nicht offiziell – London als Umschlagplatz für nicht ganz legal erstandene Ware und Treffpunkt für allerlei schwarzmagisches Gesocks. Jeder, der irgendwie Rang und Namen hat in den eher verpönten Kreisen der Magie, lässt sich dann und wann mal in London blicken, und während in der menschlichen Ebene alles gesittet abzulaufen scheint, so herrscht – der Natur von Schwarzmagiern geschuldet – hinter den Kulissen gerne mal dicke Luft.

Während des Plots: Nowhere Left To Hide
Der Big Ben schlägt zur vollen Stunde und die ersten Angestellten strömen hinaus in ihre wohlverdiente Mittagspause. Kaffeebecher wandern über Theken, Stimmengewirr wird lauter. Doch als die ersten Blicke zur Uhr wandern, um abzuschätzen, wie viel Zeit ihnen bleibt, ist da kaum eine Minute vergangen. Fast, als hätten sie die Pause erst gerade angefangen. Zufriedenheit kehrt unter die Leute ein, bis wenig später der Big Ben erneut zur vollen Stunde schlägt. Aus Schock, die Zeit vergessen zu haben, müssen die Leute erschrocken feststellen, dass gar keine Zeit vergangen ist. Aber niemand ist in der Lage, die Frage zu erklären, wie das überhaupt sein kann. Die Zeit kann schließlich nicht rückwärts laufen – oder doch? Als hätte sich diese Verzerrung über die ganze Stadt gelegt, erscheint morgens auf der Themse ein dickerer Nebel als sonst. Er steigt vom Wasser auf wie immer, aber formt sich dann zu etwas beinahe Übernatürlichem; Silhouetten, die zu groß, zu verformt sind, um menschlich zu wirken. Sie wachsen in die Höhe, mit grotesken Klauen, doch bevor sie das Ufer erreichen, kommt der Wind auf, der sie zerreißt. London wird von etwas erfasst, das die Leute nicht verstehen können. Doch spätestens, wenn sie einen ihrer Liebsten auf den Friedhöfen besuchen, fällt es ihnen auf, wie dunkelrote Striemen sich auf den Grabsteinen abzeichen. Es lässt sich nicht stoppen, kommt immer wieder nach. Als läge in London eine jahrtausendealte Geschichte begraben und etwas davon hat angefangen zu bluten.


005.Rom

Rom beherbergt nicht nur den Vatikan, sondern auch eine ganze Menge menschliche und nicht menschliche Einwohner. Durch die Nähe zum kirchlichen – oder zumindest christlichen – Oberhaupt, trifft man in der Stadt auffallend wenige Dämonen an und wenn, dann führen die meist nichts Gutes im Schilde. Abgesehen davon herrscht in Rom aber typisch mediterrane Gelassenheit, oder auch La Dolce Vita. Ein wunderbarer Ort, wenn man es nicht so genau nimmt mit der Pünktlichkeit, sondern dafür viel mehr Wert legt auf eine entspannte Atmosphäre, mildes Klima und Eiscreme, die dein Leben verändern wird.

Während des Plots: Nowhere Left To Hide
Die Trauer um den letzten Papst hat die heiligen Hallen des Vatikans nie wirklich verlassen. Gerüchte hängen an den Fersen jener, die ihm treu blieben, selbst nach seinem Tod. Andere flüstern von der Rache bestimmter Bischöfe, die ein Zeichen setzen wollten. Aber niemand findet eine Erklärung dafür, warum die Statuen des Vatikans weinen – und es ist kein Wasser, das über den steinernen Wangen läuft. Dunkel und dickflüssig, behaftet mit dem penetranten Geruch von Eisen; nemand im Vatikan spricht die Worte aus, die alle denken – die Rache des Teufels wird sie holen. Man hüllt sich in Schweigen und versucht, den Alltag fortzusetzen, wie man es immer getan hat. Aber unter der Stadt, in den Katakomben, wo die Toten seit Jahrtausenden geschwiegen haben, sprechen sie jetzt mit. Ein zweiter Chor, unter dem ersten, der in den offiziellen Messen singt. Erst scheinen sie synchron, doch hört man genau hin, sind es andere Worte, andere Gelübde, die gesprochen werden. In einer Sprache, die älter ist, als man kennt und deren Bedeutung fast so klingt, als würde das Ende angekündigt werden. Die Priester am Altar zittern und singen lauter, um es zu übertönen, als wäre Lautstärke je eine Lösung gewesen. Solange Gott es will, sind ihre Gedanken. Aber sie können nicht ignorieren, nicht einfach wegbeten, dass der Tiber, der schon Kaiser und Päpste hat kommen und gehen sehen, plötzlich nach Schwefel riecht, als würde sich unter seinem Grund ein Tor zur Hölle immer weiter öffnen.


006.Bukarest

Selbst in der menschlichen Welt ranken sich die ein oder anderen Mythen und Legenden um Rumänien, und das nicht ohne Grund. Dracula mochte in der Form, wie er in den menschengemachten Filmen dargestellt wird, zwar nicht so existiert haben, doch man sagt den Vampiren ihren Ursprung auch in übernatürlichen Kreisen in Transsilvanien nach und so gilt es bis heute als Pilgerstätte für die mehr oder weniger untote Bevölkerung. Abgesehen davon ist Bukarest aber so, wie es die meisten Hauptstädte eben sind: groß, laut, chaotisch, und doch auch sehr schön, mit einem reichen Angebot an Kultur und Sehenswürdigkeiten, die man sich einmal im Leben angesehen haben sollte.

Während des Plots: Nowhere Left To Hide
Es ist ein leises Knarren in den Dielen, im Gemäuer, im Dach – in einem Rhythmus, der zu regelmäßig ist, um Zufall zu sein und zu unregelmäßig, um maschinell zu sein. Die alten Häuser in Floreasca scheinen zu leben, manche behaupten sogar, sie hätten gelernt zu atmen. Seien mehr zu Menschen geworden als die Menschen selbst, die dort leben – manche munkeln, die Häuser saugen das Leben aus ihnen heraus. Doch auch wo das Leben längst erloschen sein sollte, passieren seltsame Dinge. Auf dem Bellu-Friedhof ist es nicht mehr nur ein einzelnes Blumenbeet wie früher. Die Blumen wachsen verkehrt, ganze Reihen kippen um, während Wurzeln sich gierig zur Sonne strecken. Und die Blüten? Tief vergraben in der dunklen Erde, bohren sie sich immer tiefer und tiefer, als gäbe es da unten etwas, das gefüttert werden muss. Die Gärtner haben fast aufgegeben, die Beete zu reparieren; jede Nacht sind sie wieder umgedreht. Für manche hätte dies eine Warnung sein sollen, doch vielleicht nehmen es die Seelen ernst, die nachts allein die Calea Victoriei entlanggehen. Immer wieder berichten welche davon, dass man Schritte hinter sich hört; hört, wie sie näherkommen und doch ist niemand da, wenn man sich umdreht. Aber das Gefühl bleibt, dass dort jemand ist – oder etwas. Selbst das Lachen der Dracula-Touristen verstummt immer mehr. Am helllichten Tag posieren sie noch grinsend vor den alten Fassaden, wollen ein Stück von der Geschichte erleben. Doch wenn sie ihr Kunstwerk auf ihren Kameras begutachten, ist nichts weiter zu sehen als tiefstes, samtenes Schwarz – egal wie grell die Sonne ist, die über der Stadt steht. Erst schiebt man es auf einen technischen Defekt, mittlerweile spricht man leiser, aber öfter, von etwas Übernatürlichem.


007. Sankt Petersburg

Die zweitgrößte Stadt Russlands, nach der Hauptstadt Moskau, gilt als Hotspot für dämonische Wesen auf irdischen Gefilden. Abgesehen von der menschlichen Bevölkerung, die den harten Wintern und dem rauen Klima geschuldet auch nicht so ganz ohne sind, geht es nämlich auch im übernatürlichen Sinne ziemlich heiß her in der nördlichsten Millionenstadt der Welt. Ein gefährliches, wenn auch wunderschönes Pflaster, wo man jedoch definitiv aufpassen sollte, mit dem man ein Gespräch anfängt – wenn man nämlich nicht aufpasst, verkauft man für ein Kaugummi seine Seele an einen völlig Fremden.

Während des Plots: Nowhere Left To Hide
Auch wenn die Kinder laut Uhrzeit längst im Bett liegen sollten und der Körper die ersten Anzeichen der Müdigkeit zeigt, hat die Sonne in St. Petersburg vergessen, wie man untergeht. Die Weißen Nächte sind dafür bekannt, dass der Tag länger und heller bleibt als sonst, aber nicht dafür, dass sie niemals enden. Ein Dämmerlicht ohne Ende, in dem die Stadt nicht schlafen kann, weil der Himmel es ihr nicht erlaubt. Manche fassen es als Zeichen auf, als göttliche Strafe, die sie ereilt; andere machen sich kaum Gedanken über diese seltsame Verzögerung. Anders sieht es in der Eremitage aus, wischen all den goldgerahmten Spiegeln, in denen schon Zaren ihr Gesicht geprüft haben, zeigen sich jetzt Räume, die es nicht gibt – Säle mit zu hohen Decken, mit Türen, die ins Nichts führen; gesehen für einen Wimpernschlag und dann wieder verschwunden. Doch da ist keine Angst, kein Misstrauen der orthodoxen Gläubigen, sondern fast etwas wie Bewunderung. Sie flüstern nicht mehr von Gott, sondern von dem, was vor Gott da war; von etwas, das sie "die Wiederkehr des Alten" nennen. So lange warten sie auf diesen Tag und wer weiß – vielleicht ist er endlich gekommen.