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Maleficarum
With half-cut tongues we struggle endlessly for naught.
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#1
Maleficarum
S E V E N   T H R O N E S   B E L O W   T H E   L I G H T
Es gibt keine Chronik, die ihren Ursprung festhält. Keine vollständige Überlieferung. Was die Menschheit über die Großen der Hölle zu wissen glaubt, sind Scherben – Fragmente aus tausend verschiedenen Mündern, verzerrt durch Angst und Ehrfurcht und die stille Hoffnung, dass das, was man nicht benennen kann, einen auch nicht findet. Sie haben Throne gestützt und Reiche zu Staub gemacht. Sie haben geflüstert, wo andere geschrien haben, und geschwiegen, wo Stille gefährlicher war als jedes Wort. Lucifer hatte sie gebändigt, nicht mit derselben Gewalt, welche sie alle so gut beherrschten, sondern mit etwas gänzlich Anderem. Der Fähigkeit, jedem von ihnen das Gefühl zu geben, unentbehrlich zu sein. Ein Kunstgriff. Ein Gleichgewicht, präzise und doch so fragil wie Seide auf Messers Schneide.

Dann starb er.

Und mit ihm fiel das Einzige, das die Hölle je zusammengehalten hatte. Sein Thron sitzt leer – und schweigt. Es gehorcht keiner Stimme, erkennt keine Autorität, lässt sich von keinem der Verbliebenen beanspruchen, als hätte die Hölle selbst noch kein Urteil gefällt. Vielleicht trauert sie. Vielleicht wartet sie. Beides wäre gefährlich. Was bleibt, sind sie – Belial und Baal, Asmodeus und Mammon, Lilith und Rahab, Leviathan und Beelzebub, Abaddon, Azazel und all jene, die im Schatten des Morgensterns groß geworden sind. Mächtig. Misstrauisch. Und tief, tief im Inneren bewusst, dass ein Abgrund ohne Herrscher kein Königreich ist – sondern ein Schlachtfeld. Sie werden sich nicht einigen. Zumindest nicht alle von ihnen. Das ist keine Frage des Willens, sondern der Natur. Aber sie werden auch nicht untergehen. Denn so sehr sie einander verachten mögen, so sehr verstehen sie das eine: Nach außen hin ist die Hölle noch immer eine Front. Ein Riss in dieser Front ist eine Einladung – und Einladungen werden angenommen. Was also bleibt, ist das Älteste aller Spiele. Jeder zieht seine Fäden. Jeder schützt seine Flanken. Und alle warten darauf, dass der andere den ersten Fehler macht. Einige von ihnen haben sich verbündet. Schon vor dem Tod des Morgensterns. Diese Allianz, so brüchig sie auch sein mag, besteht noch immer. Und zusammen arbeiten sie daran, dass der Thron der Hölle wieder ihren Namen singt.
an hour before lucifer fell, god thought him beautiful.
Aiden Turner?free
the envy
[ L E V I A T H A N ]
"he watches what others hold and calls it debt — every throne a wound, every crown an insult"
Neid beginnt nicht mit dem Begehren. Er beginnt mit dem Blick. Es ist das erste, was Leviathan tut, wenn er einen Raum betritt: sehen. Nicht wahrnehmen, nicht beobachten, sondern sehen mit der kühlen Präzision eines Buchhalters, der keine Zahl vergisst und keine Schuld verjähren lässt. Wer sitzt wo. Wessen Name fällt wie. Welcher Thron einen Fingerbreit höher steht als seiner.

Er würde es selbst nicht Neid nennen. Er nennt es Aufmerksamkeit. Es ist eine Existenz im Modus des Vergleichens, ein permanentes Vermessen der Welt gegen sich selbst, und das Tückische daran ist, dass der Maßstab wächst, je mehr man ihn anlegt. Was er gestern besaß, zählt heute nicht mehr, weil heute jemand anderes mehr besitzt. Jede gewonnene Legion ist nur der Beweis, dass die des anderen größer ist. Jeder Sieg ein kurzer, bitterer Augenblick, bevor der Blick weiterwandert.

Er sammelt keine Reichtümer. Er sammelt Ungerechtigkeiten. Akribisch, lückenlos, über Jahrhunderte. Er vergisst nichts, weil das Erinnern eine Funktion hat: Es hält die Rechnung offen. Wer glaubt, Leviathan durch Zugeständnisse zu befrieden, hat das Wesen des Neids nicht verstanden. Gib ihm einen Thron, und er wird den deinen wollen. Gib ihm dein Vertrauen, und er wird das eines anderen für wertvoller halten. Die Hände bleiben offen, immer greifend, und was sie fassen, verliert in dem Moment seinen Wert, in dem es ihnen gehört.

Der Dämon ist ein Geschöpf des Meeres, und das Meer ist kein Ort der Stille. Es ist ein Archiv. Jede Strömung trägt Stimmen, jede Tiefe bewahrt, was an der Oberfläche längst vergessen wurde. Leviathan hat Jahrhunderte damit verbracht, zuzuhören, und er hat gelernt, dass das Wasser keine Geheimnisse vergisst. Es verlagert sie nur, trägt sie weiter, bis irgendwo an einem fremden Ufer etwas angeschwemmt wird, das jemand nicht mehr haben wollte. Diese Dinge interessieren ihn am meisten.

Jetzt sitzt er an Belials Seite und bewacht einen Thron, der keinem von ihnen gehört, und beide wissen das, und keiner spricht es aus. Es ist eine Allianz der Notwendigkeit, kühl und präzise wie ein Vertrag ohne Unterschrift. Belial plant. Leviathan beobachtet. Die Informationen, die er sammelt, fließen durch seine Hände wie Wasser durch Felsen, formen sich um Hindernisse, suchen den niedrigsten Punkt. Er weiß, wer wankt. Wer verhandelt? Wer lügt und wer die Wahrheit sagt, weil er zu erschöpft ist, um noch zu lügen.

Neid ist keine Emotion. Er ist eine Weltanschauung. Und in einer Hölle ohne Herrscher ist derjenige am mächtigsten, der am genauesten weiß, was die anderen wollen. Leviathan wartet. Er ist sehr gut darin.
Josh Heuston?free
the corruption
[ B E E L Z E B U B ]
"he does not tempt you toward ruin — he simply makes ruin feel like home"
Verfall braucht keine Ankündigung. Er setzt sich still fest, in den Rissen, in den Fugen, in den Dingen, die niemand mehr anfasst, weil man hofft, dass sie von selbst verschwinden. Beelzebub hat das immer gewusst. Er ist kein Geschöpf der großen Gesten, kein Dämon des offenen Angriffs. Er ist das Summen, das man erst bemerkt, wenn Verfall erst einmal unaufhaltsam ist. Der Herr der Fliegen hat viele Namen getragen, in vielen Kulturen, unter vielen Zungen, und keiner davon war je schmeichelhaft gemeint. Er hat sich daran gewöhnt. Schmeichelei war noch nie das Werkzeug, das zählt. Was zählt, ist Nähe. Die Fähigkeit, sich in Vertrauen einzunisten wie in verwesende Substanz, unauffällig, geduldig, bis man nicht mehr wegzudenken ist. Informationen fließen zu ihm nicht, weil er sie fordert, sondern weil die, die sie tragen, irgendwann das Bedürfnis spüren, sie loszuwerden. Er bietet Gehör. Er bietet Verständnis. Und er vergisst nichts davon.

Nun ist Lucifer tot und Beelzebub spricht den Umstand nicht laut aus. Er dreht es nicht zwischen den Fingern wie andere es tun, prüft nicht seinen Klang, sucht nicht nach dem Gewicht, das es haben müsste. Es hat kein Gewicht mehr. Es ist eine Tatsache, und Tatsachen, die man nicht ändern kann, werden zu etwas anderem: zu Treibstoff. Er war näher an Lucifer, als die meisten es wissen, und mehr als die meisten es je erfahren werden. Nicht durch Rang, nicht durch Lautstärke, sondern durch das stille, beharrliche Dasein dessen, der immer da war. Er hat Jahrhunderte damit verbracht, in Lucifers Schatten zu funktionieren, und er hat dabei gelernt, was der Schatten eines Mannes über ihn verrät.

Jetzt ist der Schatten weg. Und was geblieben ist, ist eine Wut, die sich nicht nach Wut anfühlt, sondern nach Stille. Nach dem Moment kurz vor dem Zerfall, wenn alles noch an Ort und Stelle zu sein scheint, aber der Geruch bereits da ist. Er sammelt. Nicht Loyalitäten, nicht Throne, nicht Versprechen. Er sammelt Wahrheiten über Lucifers Tod, Fetzen und Fragmente, aus den Mündern jener, die nicht in der Allianz sitzen und deshalb weniger vorsichtig sind. Die glauben, dass ihre Gleichgültigkeit sie schützt. Dass wer keiner Seite angehört, auch keiner Aufmerksamkeit würdig ist.

Sie haben vergessen, was Fliegen ausmacht. Sie landen dort, wo niemand hinschaut. Beelzebub will keine Macht. Er will einen Namen. Den Namen dessen, der Lucifer getötet hat, oder dafür gesorgt hat, dass es geschehen konnte, oder weggeschaut hat, als es nötig gewesen wäre, hinzusehen. Und wenn er ihn hat, wird er ihn zu Rahab tragen, und zu den anderen, die verstehen, was Rache bedeutet. Nicht Vergeltung. Nicht Gerechtigkeit. Auflösung. Von innen heraus. So wie es immer schon seine Art gewesen war.
Jack Lowden?free
the abyss
[ A B A D D O N ]
"he has memorized every truth ever spoken in the dark — and knows exactly which ones to bury"
Der Abgrund ist kein Ort. Er ist ein Zustand, der eintritt, wenn das, was gehalten hat, aufhört zu halten. Abaddon weiß das besser als jeder andere, weil er derjenige ist, der gerufen wird, wenn dieser Moment kommt. Nicht eingeladen. Nicht verhandelt. Gerufen, so wie man eine Naturgewalt ruft, mit dem stillen Eingeständnis, dass man selbst nicht mehr ausreicht. Abaddon, einst geschaffen von Gott ist der Herr der Leere. Des Voids. Der Engel des Todes, welcher der Hölle nun schon so viele Jahrtausende dient. Er hat Lucifer nicht geliebt. Das wäre eine Vereinfachung, die keinem von beiden gerecht wird. Was zwischen ihnen war, hatte einen anderen Namen, einen älteren, einen, der keine Wärme braucht um zu halten. Pflicht ist keine Emotion. Sie ist Architektur, und Abaddon hat sein ganzes Sein in diese Architektur gebaut, Stein für Stein, über Äonen, ohne je zu fragen, ob das Fundament auch trägt, wenn das Gebäude fällt.

Jetzt ist es gefallen und Abaddon steht in den Trümmern seiner eigenen Welt. Er trauert nicht, plant nicht, wartet nicht darauf, dass jemand anderes die Initiative ergreift. Er sieht, was ist, mit der nüchternen Klarheit dessen, der zu oft gesehen hat, was aus Untätigkeit wird. Ein Riss in der Hölle ist kein politisches Problem. Er ist ein Versprechen, und Abaddon kennt die Dinge, die durch solche Risse kriechen, wenn niemand sie hält. Also geht er mit denen mit, die versuchen, das Gleichgewicht der Hölle zu wahren. Nicht mit großen Worten, nicht mit Versprechungen oder Drohungen oder dem Gewicht seines Namens als Verhandlungsmasse. Er geht von Tür zu Tür, durch die Gänge der Hölle und die Schatten zwischen den Dimensionen, und er fragt, einmal, ruhig, ohne Druck. Wer steht noch im Namen des Morgensterns? Wer hat noch nicht vergessen, was Lucifer für sie alle getan hat? Wer versteht, dass Neutralität in diesem Moment keine Option ist, sondern eine Entscheidung, die man später nicht mehr rückgängig machen kann?

Er sucht keine Gefolgschaft. Gefolgschaft folgt, wartet auf Befehle, braucht Führung. Was er sucht, sind Dämonen, die noch wissen, wie man steht, in einer Zeit, in der alle anderen dabei sind zu fallen oder sich geschickt in die Richtung zu lehnen, in die sie ohnehin schon fallen wollen. Wer Nein sagt, wird er nicht ein zweites Mal fragen. Er ist kein Schmeichler, kein Händler, kein Wesen der zweiten Chancen. Aber wer Ja sagt, wird feststellen, dass Abaddon keine angenehme Gesellschaft ist und auch keine leichte. Er bringt das Gewicht des Abgrunds mit, überallhin, immer, und es gibt Momente, in denen man es spürt wie Druck hinter den Augen. Aber er hält. Das ist das Einzige, was er je getan hat, und das Einzige, was er je versprechen wird. In einer Hölle, in der gerade jeder lügt und jeder plant und jeder seinen eigenen Untergang als Strategie verkleidet, ist das vielleicht das Seltenste, was es noch zu finden gibt.
Rosalía?free
the unbound
[ A Z A Z E L ]
"she swore no oath to Lucifer — and that is precisely why she was trusted"
Freiheit ist kein Geschenk. Sie ist eine Entscheidung, die man jeden Tag neu trifft, und die meisten sind nicht bereit, den Preis dafür zu zahlen. Azazel hat diesen Preis immer gezahlt. Und genau deswegen ist sie mit Lucifer gefallen, Seite an Seite, durch die große Stille zwischen dem, was war, und dem, was danach kam, und sie hat es getan ohne Eid, ohne Versprechen, ohne die Kette der Unterwerfung, die die anderen so bereitwillig angelegt haben. Lucifer hat das verstanden. Vielleicht war es das Einzige, das er je wirklich an ihr verstanden hat, aber es hat gereicht. Man vertraut keinem, der sich beugt. Man vertraut dem, der aufrecht neben einem steht und trotzdem bleibt. Dass sie gemeinsam vom selben Schicksal heimgesucht wurden, hat am Ende auch geholfen. Er hat sie geduldet. Akzeptiert, auch wenn ihm lieber gewesen wäre, sie hätte den Oath geleistet.

Sie hat ihn nicht geliebt, wie eine Untertanin ihren Herrn liebt. Sie hat ihn respektiert wie man eine Kraft respektiert, die man anerkennt, ohne sich ihr zu ergeben. Es war eine Freundschaft, die keine Hierarchie brauchte, weil beide wussten, wo sie standen, und keiner von beiden hatte je versucht, daran zu rütteln. Jetzt ist er tot. Und die Hölle, die er gebaut hat, beginnt auseinanderzufallen wie alles, was nur durch den Willen eines Einzigen zusammengehalten wurde.

Azazel will nicht herrschen. Sie kennt den Unterschied zwischen Macht und Herrschaft, zwischen dem Halten einer Struktur und dem Sitzen auf einem Thron, und sie hat nie Interesse an letzterem gehabt. Was sie will, ist Bestand. Das, was war, soll bleiben. Die Ordnung, so unvollkommen und blutig und kompromissbeladen sie auch war, hatte einen Wert, den die meisten erst jetzt begreifen, da sie fehlt. Sie beobachtet, wie die anderen ihre Netze spinnen, wie Throne vermessen und Allianzen geformt und Versprechen gemacht werden, die niemand halten will. Sie sieht das Chaos nicht als Gelegenheit. Sie sieht es als das, was es ist: Verschwendung. Und Verschwendung hat sie nie toleriert.

Also handelt sie. Nicht laut, nicht mit dem Gewicht ihres Namens als Drohung. Sondern so, wie sie immer gehandelt hat, direkt, unbeirrbar, ohne die Umwege, die andere für Klugheit halten. Sie war nie gebunden. Das bedeutet, sie schuldet niemandem etwas, und das ist in dieser Stunde keine Schwäche, sondern die reinste Form von Bewegungsfreiheit, die die Hölle noch zu bieten hat. Wer Azazel unterschätzt, weil sie keinen Schwur geleistet hat, hat nicht verstanden, was Treue bedeutet. Ein Eid bindet. Was sie hält, ist Überzeugung. Und Überzeugung bricht nicht, wenn der Wind sich dreht.
002.
003.
Offline
Voller Name:
Moonly (poetic) · ☾ or ☽.
Spitznamen:
Illu
Geschlecht:
non-binär
Alter:
Noch keine Informationen. Jahre
Geboren:
01. Januar
Power Scale:
1
Augenfarbe:
Noch keine Informationen.
Reputation:
Unbekannt
Spielerinformationen
Sprache/n:
Englisch
Frequenz:
Nach Muse
Mature Scenes:
Ja, mit Absprache
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